Als einer der Nominierten in der Kategorie Best Independent Coworking Space bei den ersten Coworking Awards in Berlin hat sich werkhain bereits einen Namen in der flexiblen Büroszene der Stadt gemacht. In einem hart umkämpften Markt zeichnet sich der unabhängige Space durch seine starke Identität, seine tiefen Wurzeln in der Community und seinen mutigen Ansatz in Sachen Design und Kultur aus.
In Berlin, wo Kreativität und Unternehmertum die Stadtlandschaft ständig neu erfinden, ist es keine Kleinigkeit, sich als Coworking Space zu profilieren. In den vergangenen zwei Jahren hat sich werkhain still und leise einen Ruf als Ort aufgebaut, der sich anders anfühlt – persönlicher, bewusster und enger mit der kulturellen DNA der Stadt verbunden.
Die Nominierung für die erste Ausgabe der Coworking Awards ist ein wichtiger Meilenstein für das Team und zugleich Ausdruck einer langen Reise, die von Erfahrung und Ehrgeiz geprägt ist.
Wir befinden uns noch in der Phase, in der alles eine Premiere ist“, sagt Selina Schroeter, Head of Business Development & Communication bei werkhain. „Im zweiten Jahr unter den Finalisten zu sein, fühlt sich wie eine echte Bestätigung an.
Von der Erfahrung zur Umsetzung
Bevor werkhain gegründet wurde, hatte das Team jahrelang Coworking Spaces und Büros für andere betrieben und verwaltet. Diese Erfahrung vermittelte ein klares Verständnis dafür, was funktionierte, was nicht – und was auf dem Markt fehlte.
Anstatt bestehende Konzepte zu kopieren, entschied sich das Team bewusst dafür, etwas Eigenständiges zu schaffen: eine Arbeitsumgebung, die von den eigenen Werten und von Berlins unverwechselbarer kreativer Kultur geprägt ist.
Diese Vision wurde sofort auf die Probe gestellt. Innerhalb von nur sieben Wochen wurde eine leerstehende ehemalige Turnhalle in einen voll funktionsfähigen Coworking Space verwandelt. Der enge Zeitrahmen erforderte mutige Entscheidungen, schnelle Umsetzung und großes Vertrauen in das eigene Konzept.
Heute spiegelt das Gebäude diese anfängliche Intensität wider. Sorgfältig geplante Arbeitsbereiche treffen auf auffällige visuelle Elemente – von großflächigen Graffitis bis hin zu unkonventionellen Meetingräumen und künstlerischen Installationen.
Zuerst die Funktion, dann das Flair“, erklärt Schroeter. „Wir wollten kein Design, das von der Arbeit ablenkt, sondern eines, das sie unterstützt.
Design für die tatsächliche Arbeitsweise der Menschen
Im Zentrum der Philosophie von werkhain steht eine einfache Idee: Gute Arbeitsplätze entstehen aus realem Verhalten, nicht aus Trends. Jedes Element – von der Anordnung der Schreibtische über die Beleuchtung bis hin zu schalldichten Kabinen und Ruhezonen – wurde auf Basis täglicher Arbeitsabläufe entwickelt.
Der Space bietet verschiedene Arbeitsmodi. Mitglieder können je nach Bedarf zwischen kollaborativen Bereichen, Fokuszonen und sozialen Räumen wechseln. Diese Flexibilität gewinnt in einer postpandemischen Arbeitskultur, in der sich Routinen ständig verändern, zunehmend an Bedeutung.
Für werkhain ist Ästhetik untrennbar mit Funktionalität verbunden.
Design ohne Benutzerfreundlichkeit ist nur Dekoration“, sagt Schroeter. „Das ist nicht unser Ansatz.
Aus diesem Denken entstand das Konzept des „mood-based working“ – Räume, die unterschiedliche mentale Zustände im Laufe des Tages unterstützen: konzentriertes Arbeiten, kreativen Austausch oder informelle Begegnungen.
Unabhängigkeit als strategischer Vorteil
Die unabhängige Struktur verschafft werkhain große gestalterische Freiheit. Ohne starre Konzernvorgaben oder standardisierte Vorlagen kann das Team den Space flexibel an die Bedürfnisse der Mitglieder anpassen.
Grundrisse werden verändert, neue Formate getestet und wenig genutzte Bereiche bei Bedarf umfunktioniert. Diese kontinuierliche Weiterentwicklung sorgt dafür, dass der Space mit seiner Community wächst, statt mit der Zeit an Relevanz zu verlieren.
Wir hören genau zu und reagieren schnell“, sagt Schroeter. „Der Raum wächst mit der Gemeinschaft – nicht umgekehrt.
Diese Anpassungsfähigkeit hat werkhain geholfen, sich in einem Markt zu behaupten, der von internationalen Ketten und großen Anbietern dominiert wird.
Gemeinschaft jenseits von Networking
Für viele Coworking-Anbieter ist „Community“ vor allem ein Marketingbegriff. Bei werkhain ist sie fest im Alltag verankert.
Das Team arbeitet vor Ort und nutzt den Space als eigenen Hauptsitz. Dadurch entstehen natürliche Berührungspunkte mit den Mitgliedern. Beziehungen entwickeln sich durch alltägliche Begegnungen – nicht durch formelle Programme.
Regelmäßige Aktivitäten wie Community-Lunches, AfterWerk-Treffen, Pop-up-Events und LAN-Nächte schaffen Räume für Austausch auf Augenhöhe.
Community ist kein Programm. Es ist tägliche Praxis, betont Schroeter.
Auch das Gebäude selbst unterstützt diese Philosophie. Die unteren Etagen fördern soziale Interaktion durch Gemeinschaftsküchen, Gaming-Bereiche und Dachterrassen, während die oberen Stockwerke ruhigere Zonen für konzentriertes Arbeiten bieten. Die Mitglieder entscheiden selbst, wie und wann sie sich einbringen möchten.
Das Konzept unter Beweis stellen
Das erste Betriebsjahr brachte sowohl Herausforderungen als auch Bestätigung. Allein die pünktliche Eröffnung war bereits eine große Leistung.
Es erforderte viel Mut, einen leeren Fitnessraum in sieben Wochen in einen Coworking Space zu verwandeln, sagt Schroeter.
Seitdem bestätigen die Zahlen das Konzept: über 100 Mitglieder, mehr als 25 kulturelle Veranstaltungen und wachsende Sichtbarkeit in der Berliner Coworking-Szene.
Auch externe Anerkennung folgte. Bei den Coworking Awards des Deutschen Coworking Verbands erhielt werkhain den ersten Platz als Best Newcomer Space sowie weitere Auszeichnungen für Community-Management und Raumgestaltung.
Für ein kleines Team mit begrenzten Ressourcen war dies eine wichtige Bestätigung ihres unabhängigen, lokal verankerten Ansatzes.
Stärkung der lokalen Wurzeln
Statt auf schnelles Wachstum zu setzen, verfolgt werkhain bewusst eine Strategie der Vertiefung. Ziel ist es, die eigene Position innerhalb der Berliner Kreativ- und Wirtschaftsszene weiter zu stärken.
Zu den kommenden Projekten gehört die Rückkehr von „Foodhain“ – einer Dinner-Reihe, die von einem Koch aus der Community organisiert wird. Diese Abende verbinden Kulinarik, Gespräche und Gemeinschaft auf besondere Weise.
Diese Abende verkörpern genau das, wofür werkhain steht: hohe Qualität, Persönlichkeit und echte Verbundenheit, sagt Schroeter.
Parallel dazu laufen mehrere Designprojekte, die den Charakter des Gebäudes weiter schärfen und neue, markante Räume schaffen sollen.
Die Rolle unabhängiger Spaces in Berlins Zukunft
Mit Blick auf die Zukunft ist Schroeter überzeugt, dass unabhängige Betreiber eine zentrale Rolle im Berliner Büromarkt spielen werden.
Mit zunehmender Flexibilisierung und Individualisierung der Arbeit verlieren standardisierte Lösungen an Bedeutung. Gefragt ist vielmehr ein tiefes Verständnis für unterschiedliche Arbeitsweisen und Bedürfnisse.
Die Zukunft wird nicht von der schönsten Lobby gewonnen“, sagt sie. „Sondern von Räumen, die verschiedene Arbeitsstile, Sensibilitäten und Rhythmen verstehen.
Unabhängige Spaces seien besser geeignet, um zu experimentieren, zuzuhören und Kulturen aufzubauen, die authentisch wirken – nicht konstruiert.
In einer Stadt, in der Authentizität eng mit Identität verbunden ist, wird dies zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Ein Arbeitsraum, geprägt von seiner Stadt
Mit seiner Mischung aus Funktionalität, künstlerischem Ausdruck und starker Gemeinschaft spiegelt werkhain Berlin selbst wider: vielschichtig, wandelbar und kompromisslos individuell.
Was als persönliche Vision begann, hat sich zu einer anerkannten Plattform für Arbeit, Kultur und Austausch entwickelt. Während sich der Space weiterentwickelt, bleibt ein Prinzip unverändert: etwas Echtes, Reaktionsfähiges und fest in seiner Umgebung Verankertes aufzubauen.
Und wie die Nominierung bei Berlins ersten Coworking Awards zeigt, findet dieser Ansatz nicht nur Anklang – er trägt auch dazu bei, neu zu definieren, was unabhängiges Coworking sein kann.